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Licht im Vergleich

T5 und T8 Leuchtstoffröhren – eine Betrachtung

Immer wieder kann man Diskussionen zwischen Aquarianern verfolgen in denen die verschiedenen Leuchtstoffröhren der Bauarten T5 und T8 ins Feld geführt werden.

Ich persönlich habe lange Jahre mit T8 Leuchtstoffröhren meine Aquarien beleuchtet und war auch immer zufrieden.

Mit den ersten T5 Beleuchtungen erschien sich zunächst ein Vorteil zu Gunsten der T5 LSR zu ergeben.

Nur ist immer eine Einzelfallbetrachtung erforderlich, welche LSR wo eingesetzt wird und welchen Vorteil eine T5 oder eine T8 LSR bietet.

Und der besteht nicht aus „mehr Watt pro Länge“ oder „mehr Licht aus weniger Watt“ oder „mehr weniger Energie durch EVG“. ;-)

Das sind mehr oder minder Schlagworte, die ins Feld geführt werden weil man nicht weiss von was man redet.

Es erscheint mir angebracht etwas rationaler an das Thema heran zu gehen.

Unterschied: Vorschaltgeräte

T5 LSR werden generell an EVG (elektronischen Vorschaltgeräten) betrieben.

T8 LSR sollten Heute nur noch mit VVG (verlustarmen Vorschaltgeräten) oder EVG gehandelt werden.

KVG (konventionelle Vorschaltgeräte) sind seit 2005 in der EU verboten und dürfen nicht mehr in den Handel gebracht werden.

Problemfall: Einbaulängen

Man kann sich drehen und wenden wie man will, der Arsch bleibt immer hinten.

Die Baulängen von T5 Röhren sind nun mal anders als die Baulängen von T8 Röhren und somit passen nicht alle T5 LSR auf /in die gewohnten Aquarienlängen. Ein Umdenken in den Beckenlängen ist somit unter Umständen erforderlich.

Den neuen Sonderlängen in der T5 Technologie gehe ich hier nun nicht nach, da folgt ein gesonderter Artikel.

Sonderfall: Betriebstemperatur:

In den allgemeinen Datenblättern werden T5 und T8 LSR bei einer Betriebstemperatur von 25°C betrachtet und die Messergebnisse angegeben. T5 LSR erreichen ihren maximalen Lumenstrom erst bei 35°C.

T8 Röhren verlieren bei 35°C Betriebstemperatur einen Teil des Lumenstromes.

Betreibt man also T8 und T5 Röhren in einer geschlossenen Abdeckung mit einer Umgebungstemperatur von 35°C, so weicht der Lumenstrom von den Tabellenwerten bei 25°C ab.

Eigenart: Reflektoren

Im Handel befindliche Reflektoren für LSR sind in aller Regel für beide Röhrentypen konzipiert und werden mit Clips für T8 und T5 LSR ausgeliefert.

Ja dünner allerdings die LSR ist, desto mehr Licht kann der Reflektor um die LSR herum leiten. T8 LSR haben also eine größere Eigenabschattung bei gleichen Reflektoren als T5 Röhren.

Schritt 1: Alles vergessen was man so gehört und am Rande aufgeschnappt hat.

Schritt 2: Sinnvoll vergleichen

Schritt 3: Bedarf ermitteln und Lichtlösung umsetzen

 

Schritt 1: Haben Sie soeben vollzogen und wir gehen gleich zu....

Schritt 2: Sinnvoll vergleichen

Betrachten wir doch einfach mal ein ganz normales 60iger Standardaquarium. In den meisten Fällen wird über solchen Becken eine Standard 15W T8 Leuchtstoffröhre (LSR) verbaut.

Diese LSR hat eine Baulänge von 438mm, verbraucht 15W und bringt bei 25°C einen Lumenstrom von etwa 950 lm in Dreibandentechnologie.

Betreibe ich über solch einem Aquarium allerdings eine LSR in T5 Technik, die dann in HE Technologie daher kommt, dann sieht die Sache gänzlich anders aus.

Baulänge ist dann 549mm, Verbrauch 14W und Lumenstrom 1200 lm bei 25°C.

Als dritte Variante käme dann eine T5 24W HO LSR daher.

Baulänge 549mm, Lumenstrom 1750lm.

Ich kann also ein 60iger Becken verschiedenartig beleuchten und bekomme immer andere Beleuchtungsstärken mit anderem Stromverbrauch heraus:

T8: 15W 438mm 950 lm

T5: 14W 549mm 1200 lm

T5: 24W 549mm 1750 lm

Wer nun allerdings glaubt, dieses Beispiel liesse sich auf alle Röhrenlängen übertragen, der irrt gewaltig.

Nicht jede Leuchtstoffröhre passt zu jedem Aquarium

Oder besser anders: Nicht jede LSR passt in jede Abdeckung.

Es ist ja nicht nur die Baulänge der LSR an sich, die Platz finden muss in der geschlossenen Abdeckung. An jedem Ende einer LSR sitzt ja noch ein Sockel, der für den elektrischen Betrieb verantwortlich ist.

Diese Sockel (oder Fassungen) haben unterschiedliche Längen. IP 67 Sockel kommen bestenfalls mit 16mm pro Sockel daher. Aufsteckfassungen wie die von Arcadia oder Hagen haben auch 16-18mm Einbaulänge.

Addiert man also runde 32mm zu der eigentlichen LSR Länge hinzu kommt man etwa auf das Einbaumaß des gesamten Konstruktes.

Viele Leuchtbalkenhersteller führen dann die Zuleitungskabel seitlich aus einem Leuchtbalken heraus und schon wird klar, dass das dann mal eng wird.

Beispiel:

Meine selbgebauten T5 24W Leuchtbalken haben eine Länge von 580mm und passen so in eine Standard 60iger Abdeckung, so lange die Abdeckung ein Innenmaß von 580mm hat. Ich führe die Zuleitung oben heraus. Würde ich versuchen den Quetschverschraubung seitlich anzubringen wäre zu lang für das Standard 60iger:

Hier noch ein Detail zu meinen Leuchtbalken, ist zwar die Zeichnung für einen 2x39W T5, aber die Details an den Enden bleiben gleich.

Und eine Detailaufnahme eines Arcadie IP 67 Sockels:

Und hier kommt dann ganz deutlich das Problem zum Vorschein.

Die beiden LSR Technologien ergänzen einander, ersetzen sich aber nicht. Das resultiert aus den unterschiedlichen Baulängen und der eben unterschiedlichen Leistungsaufnahme/Abgabe.

Die “klassischen” Beckenlängen wie 60/120/150cm sind mit T5 Technik schlechter zu beleuchten in Bezug auf Randbeleuchtung, wie mit mit T8 Technik.

Wer nicht selbst auf den Millimeter passende Lösungen bauen kann und auf Produkte der einschlägigen Hersteller zurückgreifen muss, der ist gut beraten die Länge des Aquariums an die Beleuchtung anzupassen.

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