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Foren

Herdentrieb - Einflussnahme - Arglosigkeit

So ähnlich könnte man es wohl umschreiben wenn sich Aquaristiker im internationalen deutschen Internet die Meinung geben wollen.

Was als ein probates Mittel zur Erweiterung der eigenen Aquaristik in den ersten Stunden noch sehr gut rüberkam, verblasst mittlerweile in Massenforen zu reinen Einsteigerberatungsbuden.

Die Fixierung auf nachprüfbare und somit messbare Umgebungen ist zur Massenhysterie verkommen. Allerorts wird nach Wasserwerten geschrien und wer keine Wasserwerte hat, der ist ein Outlaw. Er kann nicht Fuss fassen in der Gilde der Onlinewächter über GH, LF und pH.

Mit der Errichtung von sogenannten “Einteigerforen” oder auch “Beginnerforen” gab man im ersten Moment der Forderung eben Jener nach, verpasste aber zugleich, entsprechende Gegengewichte zu schaffen.

Leider schwappt die Welle der Ahnungslosen dann irgendwann über und jeder, der ein Aquarium über 6 Monate einigermassen gepflegt hat und 8 Monate in Internetforen gelesen hat, mutiert zum Chefberater.

Was gut gemeint war mit den “Einsteigerforen” schlägt sich dann nach einer gewissen Zeit voll im eigentlichen Geschehen nieder. Kein Thread mehr in dem man nicht mit irgendwelchen Falschaussagen und angelesenem Wissen konfrontiert wird, Mutmassungen und wildeste Spekulationen verbreiten sich wie ein Lauffeuer, da die mühsam einfangene Kundschaft nicht in der Lage ist, die eigenen geistigen Ergüsse auf Plausibilität zu hinterfragen. Eine komplette Massenhysterie ist die Folge und somit werden alle bisher erbrachten Erkenntnisse in ferne Vergangenheit katapultiert.

Die gesamte Gemeinde fängt wieder von an. Die Leute, die noch einen leichten Plan hatten, verlassen stillschweigend den Ort des Geschehens und wenden sich Orten zu, in denen noch auf Erfahrungen und den Austausch eben jener vertraut wird.

Neue Foren werden aus dem Boden gestanzt um wieder einigermassen miteinander zu diskutieren, ja selbst sogenannte “Profi-Abteilungen” werden in großen Foren etabliert um dem Overrunning des Heeres der Einsteiger zu entgehen.

Wer letztlich auf der “Strecke” bleiben wird, wird sich noch zeigen. Einige Boards haben versucht dieser Verwahrlosung zu entgehen in dem sie von vorn herein darauf verzichtet haben als “Einsteigerbuden” aufzutreten. Komischerweise haben diese Foren keine Probleme mit der Klientel und die interessierten Aquarianer fügen sich laufend in das Geschehen ein.

Wirkliche genervte online Aquarianer stampften denn auch schon kleine aber feine eigene Boards aus dem Sumpf nur um sich mal wieder über aquaristische Sachen zu unterhalten und der täglichen “Schlacht” um Guppys und Co zu entkommen.

Verzeichnisse und ominöse Websites tun ihr Übriges um den Datentransport und die Reflektion über eben jene Daten zu blöckieren. Verlinkt ist schnell, ein Buch gekauft dauert eben und ist unbequem. “Aber das steht doch im Internet!” hört man immer wieder an allen Fronten und schlägt ob dieser komischen “Empfehlungen” desöfteren die Hände über dem Kopf zusammen weil man es kaum fassen kann.

Die Gemeinde will Informationen, sie will diese Informationen schnell, nein besser schneller, und vegisst auf dem Pfad der Erkenntnisgewinnung eines. Sind diese Informationen, die so schnell sind, denn auch wirklich richtig?

Der Versuch in wirklich grossen Foren nun einschreitend einzugreifen und Licht in das Dunkel der Fehlinformation zu bringen und Einsteiger auf den Weg der einfachen Aquaristik zu bringen scheitert unweigerlich. Zu gross ist die Zahl der Leute, die Nebenkriegsschauplätze eröffnen. Spätestens bei den Wasserwerten ist aber Schluss mit Kumpanei.

Aus heutiger Sicht kann ich interessierten Einsteigern nur empfehlen sich von den “Mammut-Foren” des aquaristischen Internets fern zu halten.

Das Gleiche gilt für die online engagierten Aquarianer, die meinen, sie müssten nun in irgendeiner Weise ihre eigenen echten Erfahrungen unters Volk bringen. Sie werden schnell resignieren, ob der unreflektierten und so eingefahrenen Ansichtenlage.

Die Diskussion dreht sich im Allgemeinen nur um die Geburtswehen der einsteigendenen Aquarianer und wird selten über weitergehende Geschichten geführt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich diese Foren als “Bazillenschleuder” für andere Foren entpuppen. Die Leute werden nicht “sofort bedient. Das hat zur Folge, das eben das sogenannte “Forenhopping” betrieben wird. Es werden Accounts in diversen Foren zeitgleich erstellt und dann werden hunderte von Menschen im selben Moment mit den Fragen konfrontiert.

Ein “Klick” auf die “Suchefunktionen” der grossen Foren hilft nicht mehr, diese sind von den eindeutigen Schlagworten dermassen voll, dass eine Suchanfrage zumindest 5000 Themen ausspuckt.

Auch wieder ein hausgemachtes Problem, man gestatte ja jedem eine Anfrage zu starten. Die Internetgemeinde dezimiert sich so selbst. Nur wahr haben will man das nicht, da ja genug “Futter” jeden Tag dazukommt. Es geht um User, um Traffic, um Werbebanner und letztlich um die Finanzierung des eigenen Boards. Dafür wird alles in Kauf genommen. Selbst Spam und Faslchinformation weren geduldet, so lange nur die Werbepartner noch was ausspucken.

Wichtig ist nur noch das man in den Google Pageranks oben erscheint, die Qualität der Information verblasst zur Unkenntlichkeit.

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