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Austellungen

Tja, was soll man sagen.

Ich gehörte zu einer aquaristischen Internet-Plattform, die als Erste den Schritt in die „Realität“ machte. Die ersten Ausstellungen bestritten wir noch unter dem Namen „Zierfisch-Forum“. Die weiteren Ausstellungen wurden dann unter dem Namen „Scalare-Online“ angegangen. Im aquaristischen Internet war dieser Schritt ein Novum. Diesen Weg war zuvor noch niemand gegangen.

Der normale Werdegang ist ja eher umgekehrt. Ein Verein oder Hersteller richtet eine Internetseite ein. Wir hatten uns alle über das Internet kennengelernt und wollten nun anfassbar werden. Und wir hatten echte Probleme den ersten Auftritt überhaupt über die Bühne zu bekommen.

Die Planung erfolgte ausschließlich über ein Forum und die ersten Gehversuche waren auch ziemlich bescheiden. Man ahnt ja überhaupt nicht was für eine Logistik hinter so einem Messestand steht.

Nichts desto trotz war dieser erste Auftritt ein voller Erfolg und hinterließ in der Internetgemeinde einen bleibenden Eindruck.

Wir waren auch mancher Kritik ausgesetzt, da wir die von uns vertretene Aquaristik nicht hundertprozentig umgesetzt hatten. Ein 1,30m Becken mit 19 Wildfangskalaren, einem Rochen und zwei L-190 ist wohl auch nicht wirklich das Nonplusultra. Im Becken selbst ein Nitritwert von bis zu 1,1 mg/l. Zumindest bis wir einen eingelaufenen Filter an dem Aquarium installierten. Innerhalb von 3 Stunden hatte sich das NO2 Problem erledigt. Alle, ich betone alle Tiere verließen unseren Stand in lebendigem Zustand.

Was sich allerdings auf diesen 16 m² abspielte sucht noch Heute seines Gleichen. Es war der reine Wahnsinn, wie die Aquarianer uns die Bude einliefen.Zeitweise ging da gar nichts mehr. Hinten an der Rückwand des Standes eine Plakat mit dem völlig unverfänglichen Text:

„Das Problem das wir nicht kennen, können Sie gar nicht haben“.

Erst Jahre später folgten dann andere Internetplattformen diesem Weg.

Nun, wir lernten. Alle folgenden Ausstellungsbecken wurden als "eingelaufene Systeme“ ausgestellt. Wie macht man so was?

Nun, die Leute die involviert sind, bauen die Aquarien bereits drei bis vier Monate vor Ausstellungsbeginn auf.

Und zwar bei sich zu Hause.

Inklusive Besatz, der wiederum abgestimmt war auf Hart-, Weich-, Brackwasser. Wie auch immer.

Diese Aquarien wurden dann zu den Ausstellungen transportiert.

Und zwar "Just in Time". Morgens wurden die Tiere rausgefangen und das Wasser abgelassen, dann erfolgte der

Transport und Abends standen die Dinger wieder.

Ob das Arbeit macht? Nicht wirklich.

Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Abfahrt morgens um 8.00 Uhr in Hannover.

Dann nach Duisburg, einen weiteren Aquarianer abholen.

Von Duisburg dann in den Schwarzwald nach Alpirsbach.

Dort ein 60 cm Aquarium inklusive Fischen einladen.

Weiter geht es nach Friedrichshafen.

Man kommt dann um 18.00 Uhr in der Messehalle an und findet -2° Celsius vor.

Da ist man glücklich und zufrieden.

Also zwei 300 Watt Heizstäbe in das 60iger Becken rein, Wolldecken rumgewickelt und man hält die

Temperatur doch tatsächlich auf  23° Celsius.

So etwas prägt.

Den nächsten Tag kommt man dann in die Messehalle und stellt fest: Hat geklappt. 23° C

Alle Fische wohlauf.

Den nächsten Tag beginnt man und stapelt (leere) Bierkisten übereinander, legt zwei, drei Holzlatten darüber und

stellt auf diesen Unterbau ein 375 Liter Aquarium.

Das ist praktische Aquaristik und völlig normal.

Bodengrund rein, Wasser rein, Dekoration rein. Becken fertig.

Nix da. Das Wasser ist zu hart.

Also Vollentsalzer reingestellt und im Kreislauf laufen lassen. Ohne Fische.

Das Wasser wird weich.

Aus Zeitgründen wird man dann aber leider nicht fertig, der Vollentsalzer steht immer noch im Aquarium

und man wird am ersten Messetag mit der Frage konfrontiert: "Ist das ein neues Filtersystem?".

Aufwändigere Sachen verlangen eben Zeit.

Ich hätte auch nicht geglaubt das man 120 kg Schieferbruch in einem 150/50/50 cm Aquarium unterbringen kann.

Geht. Ausgesprochen gut sogar.

Das damalige "Westafrikabecken" hatte sogar noch freien Schwimmraum für Kongosalmler.

Wir haben auf den Ständen normale Aquaristik gezeigt.

Seien es Kleinaquarien oder auch größere Becken.

Wir haben sogar nur "gerührte" Systeme ohne Filter ausgestellt (bis zu 375 Liter).

Das waren aus meiner heutigen Sicht Meilensteine, die wir hingelegt haben.

Südamerika, Mittelamerika, Westafrika, Ostafrika, Asien, Australien egal.

Wir haben alle Themenkreise ausgestellt und die Hingucker auf unserer Seite gehabt.

Hartwasser, Weichwasser, Brackwasser. Egal, wir haben das da angekarrt, ausgestellt und begründet.

Was, wie, warum? Da blieben wir keine Antwort schuldig.

Über die Jahre wurde der „Wahnsinn“ dann Methode.

10 x 6 Meter Ausstellungsfläche.

Füllen Sie das mal einigermaßen auf mit ansehlichen Aquarien.

Minibecken mit "Plagegeistern". Da hat sich sonst kein Aussteller rangetraut. Bei uns gab es so etwas.

Diese kleinen Ausstellungsbecken waren ein "Renner".

Blaualgen (Cyanos), Fadenalgen, Schnecken, Würmer, Egel......

Das ist normale Aquaristik. Kommt jeden Tag vor und ist kein Grund diese Themen totzuschweigen.

Die Aquarianer suchen ja schließlich nach Lösungen von Problemen.

Erlenzapfen, Buchen- und Eichenlaub.

Seemandelbaumblätter.

Artemienaufzuchten und Luftheber.

Zimtstangen und Knoblauch.

Schwarztee und Heilerde.

Auch all das gehört zu einer normalen Aquaristik und sollte nicht isoliert betrachtet werden.

Mein Dank geht an all die Leute, die ich so kennelernen durfte.

Charly, Rainer, Ute, Ralf, Roland, Karl-Heinz, Daniela, Yvonne, Dennis, Petra, Tobias.......

Sicherlich habe ich wieder Jemanden vergessen.

Und Dank geht an all die Menschen, die uns auf den Ausstellungen besucht haben.

Uns immer wieder Mut und Unterstützung haben zukommen lassen.

Die neue Gedankengänge ins Spiel brachten und niemals aufhörten, der Aquaristik neue Impulse zu geben.

 

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